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"Am Ende zählt der Mensch"

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Neun Frauen und drei Männer absolvierten unter der Begleitung von Sabine Schonschek und Sabine Bilnik-Clauss den Vorbereitungskurs zur ehrenamtlichen Hospizbegleitung. Der Kurs umfasste 140 Stunden. Hierzu gehörte auch ein Praktikum, das den Teilnehmern/innen die Möglichkeit gab, entweder im ambulanten Bereich, im stationären Hospiz oder in einer Altenhilfeeinrichtung zu hospitieren.

Im Grundkurs setzten sich die Teilnehmer/innen mit der eigenen Endlichkeit, den Bedürfnissen sterbender Menschen und dem Umgang mit ihnen auseinander. Die Berührung-Nähe-Distanz, die Wahrnehmung, der Umgang mit der Wahrheit am Krankenbett und die Herausforderung in der Begegnung mit demenziell erkrankten Menschen waren Themen im Kurs. Ein Ausflug in das Krematorium nach Dachsenhausen vermittelte den Teilnehmerinnen die Möglichkeiten Informationen über unterschiedliche Bestattungsformen, zu gewinnen. Dazu gehören auch Friedhofsanforderungen und Vorschriften.

In einer hospizlichen Begleitung geht es darum, dem Sterbenden und seinen An- und Zugehörigen Zeit zu schenken, Gespräche zu ermöglichen, Schweigen auszuhalten und manchmal Wünsche zu erfüllen. Dazu eine ehrenamtliche Hospizbegleiterin: „Dasein und Aushalten können sind oft das Wichtigste in einer Begleitung. Durch den Kurs sind wir darauf sehr gut vorbereitet“. Natürlich ist es notwendig, sich der eigenen Grenzen und Bedürfnisse bewusst zu sein sowie Strategien zu entwickeln, um neue Kraft zu tanken.

Die Teilnehmer/innen lernten auch, dass ihr ehrenamtliches Engagement nicht zu einer besonderen Schwere führen muss, sondern gerade zur Bewusstwerdung des Lebens. Wer erlebt, wie schnell das Leben enden kann, lernt, dem Jetzt mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „Beobachten zu können, wie sich im Laufe des Kurses eine hospizliche Haltung entwickelt und wie jedem Einzelnen der achtsame Umgang mit sich selbst und anderen Menschen bedeutsamer wird, ist immer wieder schön zu erleben“, so Schonschek. Für sie war es der erste Kurs, den sie anleitete.

Am 24. November konnte die stellvertretende Vorsitzende des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr e. V. Hildegard Schneider die Zertifikate zur ehrenamtlichen Hospizbegleitung überreichen. Die ausgebildeten ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter können nun wählen, ob sie Menschen und deren Zugehörige in deren häuslichen Umfeld, im Hospiz im Ahrtal oder in einer Altenhilfeeinrichtung am Lebensende begleiten möchten.

Die Wichtigkeit der Ehrenamtsarbeit wurde noch einmal ausdrücklich betont, denn der Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen ist grundlegender und unverzichtbarer Bestandteil der Hospizarbeit im Ahrtal, denn: Ein Mensch kommt zu einem Menschen. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich bei Frau Schonschek unter Tel.: (0 26 41) 9 11 50 24 melden.

Pressemitteilung der

Hospiz-Vereins Rhein-Ahr e. V.

Date

29. Dezember 2017

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CHARITY